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Ist elektromagnetische Strahlung gesundheitsschädlich?

Elektromagnetische Strahlung kommt in unserer direkten Umgebung öfter vor, als viele vielleicht vermuten würden. Quellen der elektromagnetischen Strahlung sind z.B. Mobiltelefone, Radiowecker, Rundfunk- und Mobilfunksender, Satellitenfernsehen, GPS, WLAN, Bluetooth aber auch Mikrowellen, Induktionskochfelder und vieles andere mehr. Bei Mobiltelefonen ist die Belastung durch elektromagnetische Strahlung besonders hoch, da wir sie in der Regel rund um die Uhr direkt an unserem Körper tragen während das Gerät eine ständige und direkte Verbindung zum Sendemast mit eben dieser Strahlung aufrecht erhält. Da es wissenschaftlich erwiesen ist, dass elektromagnetische Strahlung lebendem Gewebe, also auch dem menschlichen Körper, massiven Schaden zufügen kann, gibt es seit den 90ern zumindest EU-weite Grenzwerte. Diese sind aber umstritten, und das nicht nur, weil sie von den Herstellern „eigenständig einzuhalten sind“. So sind beispielsweise Mikrowellen als elektromagnetische Strahlungs-Quellen zwar umschlossen, aber ein als „ungefährlich“ eingestufter Teil davon tritt als sogenannte „Leckstrahlung“ in die nähere Umgebung aus. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mir wird bei dem Gedanken daran eher unwohl in der Magengegend.

Wie schädlich ist elektromagnetische Strahlung für meine Gesundheit?

Es gibt zahlreiche Studien, die sich mit den möglichen Auswirkungen elektromagnetischer Strahlung auf unsere Gesundheit im Bereich des Mobilfunks auseinandersetzen. Viele kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Als bewiesen gilt zum Beispiel der thermische Effekt, den die Strahlung in unserem Körper auslösen kann. Alle, die schon einmal lange telefoniert haben, haben diesen Effekt sehr wahrscheinlich schon bemerkt. Besonders davon betroffen sind wärmeempfindliche Regionen des Körpers wie z.B. Augen, Gehirn und Hoden. Unglücklicherweise genau jene Organe, die sich häufig in der unmittelbaren Nähe eines Mobiltelefons befinden, beispielsweise während des Telefonierens oder wenn sich das Handy in der Hosentasche befindet.

Wie hoch ist das Krebsrisiko, das elektromagnetische Strahlung verursacht?

Auch zum Thema Krebsrisiko wird einiges an Forschung betrieben. Der Biologe Prof. Alexander Lerchl von der Jacobs University Bremen konnte beispielsweise in einem Experiment nachweisen, dass elektromagnetische Strahlung von Mobiltelefonen das Wachstum von bereits bestehenden Tumoren fördern kann. In einer anderen Studie konnte wiederum nachgewiesen werden, dass für Kinder, die in der unmittelbaren Nähe von Hochspannungsleitungen leben, ein erhöhtes Leukämierisiko besteht. Hochspannungsleitungen gehören übrigens ebenfalls zu den Quellen elektromagnetischer Strahlung.  Bisher gelang es den Forschern noch nicht, zu erklären wie und warum elektromagnetische Strahlung Krebs auslösen könnte. Viele Forschungen legen einen unmittelbaren Zusammenhang allerdings nahe.

Studie zu Speicheldrüsenkrebs und Mobilfunkstrahlung

Wie zum Beispiel die Forschung israelischer Wissenschaftler, die durch die Analyse von Daten des nationalen Krebsregisters herausfanden, dass sich die Fälle von Ohrspeicheldrüsenkrebs zwischen 1970 und 2006 vervierfacht hatte, während die Zahl der Tumore anderer Speicheldrüsen konstant geblieben war. Sie machten sich auf die Suche nach der Ursache, und konnten im ersten Schritt übliche Risikofaktoren ausschließen. Also vermuteten sie die Ursache bei externen Faktoren, die direkten Einfluss auf die Ohrspeicheldrüse haben. Die Annahme, Mobiltelefonie könnte dieser direkter Einflussfaktor sein, klingt da nicht weit her geholt – schließlich wird beim Telefonieren das Handy direkt an’s Ohr gedrückt. Außerdem zählt gerade die israelische Bevölkerung zu starken Nutzern von Mobiltelefonen – mit einem Anstieg um das 6-fache (in Minuten) alleine von 1997 bis 2006. Somit passte auch der zeitliche Faktor mit dem Anstieg von Ohrspeicheldrüsenkrebs-Fällen überein. Zwar lagen den Forschern keine individuellen Daten von Patienten mit Ohrspeicheldrüsenkrebs aus dieser Zeit vor – da das Nutzungsverhalten von Mobiltelefonen in der Registrierdatenbank nicht erfasst wurde. Trotzdem kamen sie zu dem Schluss, dass die Nutzung von Mobiltelefonen als möglicher Risikofaktor für Ohrspeicheldrüsenkrebs in Frage kommt. Um diese Vermutungen durch unumstößliche Ergebnisse beweisen zu können, stehen umfassende Fall-Studien zu Ohrspeicheldrüsenkrebs und Mobilfunkstrahlung allerdings noch aus – wurden von den Forschern aber im Schlusswort ihrer Studie nachdrücklich als nächsten Schritt vorgeschlagen.

Fazit

Aufgrund verschiedener solcher Studien stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2011 elektromagnetische Strahlung, die von Mobiltelefonen ausgeht, als „möglicherweise krebserregend“ ein. Die Frage ist nun nur noch – wie können wir uns schützen? Denn auch wenn unsere Forschung bisher das Wie und Warum noch nicht abschließend klären konnte, so steht für mich nach all den Recherchen doch eines fest: Elektromagnetische Strahlung kann gesundheitsgefährdende Prozesse im menschlichen Körper auslösen und verschlimmern und ist wahrscheinlich sogar krebserregend. Ich persönlich möchte nicht warten, bis unsere Forschung endlich in der Lage ist, die schädlichen Auswirkungen so unumstößlich nachzuweisen und eine Antwort auf das Wie und Warum zu geben, sodass auch die Politik mit Gesetzen und Grenzwerten reagieren muss. Da nehme ich die Verantwortung für meine Gesundheit lieber soweit als möglich selbst in die Hand – und lege das auch euch ans Herz.

Elektromagnetische Strahlung – wie kann ich mich schützen?

Am Besten können wir uns vor elektromagnetischer Strahlung schützen, indem wir sie in unserem Alltag so gut wie möglich vermeiden. An dieser Stelle musst du für dich selbst abwägen, wie wichtig dir das Thema und deine Gesundheit ist und auf was du getrost verzichten kannst und auf was lieber nicht. Bei mir zu Hause steht zum Beispiel immer noch eine Mikrowelle. Ich versuche allerdings sie nur selten zu nutzen und mich nicht in ihrer Nähe aufzuhalten, wenn sie in Betrieb ist. So muss jede/r für sich abwägen und einen eigenen Weg finden. Die gute Nachricht ist, um dich vor Handystrahlung zu schützen, musst du dein Smartphone nicht gleich in die Tonne werfen. Es gibt spezielle Handtaschen, die dich vor elektromagnetischer Strahlung abschirmen. Aber auch der Flugmodus ist ein hilfreiches Mittel, der die Verbindung zum Handmasten zuverlässig unterbricht und dich so vor unnötiger Strahlung schützt. Der Vorteil der Tasche ist allerdings ganz klar, dass du dich nicht auf dein Gedächtnis verlassen musst. An den Flugmodus musst du jedes Mal selbst denken, wenn du dein Handy gerade nicht brauchst, also mehrmals am Tag und vor dem Schlafen gehen, damit er dich bestmöglich schützt. In die Tasche gibt man sein Handy meistens automatisch nach der Benutzung zurück. Wie auch immer du dich entscheidest, ich wünsche dir viel Erfolg für dein Vorhaben eines strahlenreduzierten, gesunden Lebens.

Euer
Thomas Niklas Panholzer

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